12. Anfang und Ende des Lernens

Alles Lernen ist scheinbar! Doch der Geist, der Illusionen gemacht hat, und gelernt hat, sie für wirklich zu halten, muss nun lernen, dass Illusionen nicht wahr sind, damit die Wahrheit in seinem Geist wieder dämmern kann.

Wer schon die Bereitwilligkeit gelernt hat, alles, was ihn beunruhigt, dem HEILIGEN GEIST zu überbringen, hat eigentlich bereits alles gelernt, was es zu lernen gibt.

In allen Situationen, die uns beunruhigt, verärgert, wütend oder beleidigt machen und uns glauben lassen, dass uns etwas angetan wurde, oder wir jemandem etwas angetan haben, wird ER uns – wenn wir diese Situationen IHM überbringen – mit folgenden gütigen Worten trösten:

Du und dein Bruder sind eins.
Ihr seid beide aus LIEBE gemacht, deshalb ist dies nicht geschehen!
 
Und jedes Mal, wenn wir diese Worte annehmen, entrinnen wir dem Schlachtfeld, das uns sonst zu umgeben scheint. Wir werden sanft auf die II. Ebene, die Vergebungsebene, hinaufgehoben. Mit jedem Mal wird diese Ebene in unserem Bewusstsein stabiler werden, da wir ihr sozusagen ein weiteres Steinchen hinzugefügt haben.

Sobald wir erkennen, dass der HEILIGE GEIST für jede Situation oder Person, die wir IHM überbringen, die gleiche ANTWORT hat, ist tatsächlich das Ende des Lernens gekommen. Dann brauchen wir IHN nicht mehr! ER hat SEINE Funktion erfüllt, DIE wir nun voll und ganz übernehmen können. SEINE STIMME ist die unsere geworden.
Der HEILIGE SOHN GOTTES träumt SEINEN letzten Traum, den glücklichen Traum der Vergebung! Nun ist alle Angst verschwunden, es gibt nichts mehr zu lernen. Und darüber hinaus gibt es auch nichts mehr zu sagen!
Denn aus diesem sanften Traum wird GOTT SEINEN SOHN SELBST erwecken. Doch dies kann mit Worten nicht ausgedrückt werden! GOTT kann den letzten Schritt erst machen, wenn der Kurs gelernt ist, d.h. wenn keine Angst mehr da ist – wenn alle Illusionen klar als Illusionen erkannt und damit auch vergeben sind.

An dieser Stelle ist es vielleicht hilfreich zu erwähnen, dass die Abwehr, den Kurs zu lernen, bisweilen sehr groß sein kann. Zwei Befürchtungen werden von Schülern des Kurses in dieser Beziehung besonders oft gehegt:
Eine davon ist die Angst, dass sie auf einmal weg sein werden, alles verschwunden sein wird, sich alles auflöst, wenn sie den Kurs lernen.
 Dies ist in der Tat nicht so! Was uns bleibt, wenn wir den Kurs gelernt haben, ist eine Welt, die ohne Urteil gesehen wird – und eine solche Welt ist tatsächlich eine Widerspiegelung des HIMMELS.
Ein weiterer Vorbehalt ist die Vorstellung, dass man, wenn man den Kurs gelernt hat, vielleicht „nichts mehr spürt“. Diese Angst kommt, wie die meisten Ängste, von der Überzeugung, dass der Körper fühlen könnte. In Wahrheit fühlt der Körper überhaupt nicht – es ist immer der Geist, der fühlt – ja noch mehr: Der Geist IST Gefühl.

Dies wird auch in dem Gedanken deutlich, dass wir in Wahrheit LIEBE SIND!