Auf Kurs

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a) Die innere Reise

There is no commgartenunication between the ego and the Holy Spirit.
Es gib
t keine Kommunikation zwischen dem Ego und dem HEILIGEN GEIST.  (T-9.III.3:2)

Das ganze Lernen des Kurses beruht darauf, diese Tatsache zu akzeptieren.
Alle Probleme mit dem Kurs entstehen daraus, dass diese Tatsache vergessen wird.

Der Weg, auf dem Ein Kurs in Wundern gelernt wird, ist nicht immer leicht und erfordert die ganze Aufmerksamkeit und Wachsamkeit des Lernenden, denn auf dieser geistigen Reise können viele Hindernisse auftauchen, die unüberwindlich scheinen.

Jeder, der sich zu dieser inneren Reise aufmacht, wird nämlich aus der illusionären Gedankenwelt des Ego heraus in die wirkliche Gedankenwelt des HEILIGEN GEISTES geführt.

Da diese beiden Welten keinen gemeinsamen Berührungspunkt haben, kann es sein, dass am Übergang dramatische Krisen zu überstehen sind, die niemand allein bewältigen kann. Es geht dabei nämlich darum, dass wir unser Gefühl des Getrenntsein von ALLEM (denn nur deswegen kann es sein, dass wir uns manchmal allein fühlen) aufgeben, um die Verbundenheit mit allem – das EINSSEIN – erleben zu können.

Für alle, die sich an diesem Übergang befinden, können diese Nondualen Texte, aber auch unsere Tools und unsere Veranstaltungen hilfreich sein und Mut geben.

Willigis Jäger spricht in seinem Buch „Suche nach dem Sinn des Lebens“ (erschienen im Verlag Via Nova) sehr zutreffend von einer „spirituellen Depression“, die fast ohne Ausnahme mehr oder weniger jeden erfasst, der diese Reise unternimmt. Diese „spirituelle Depression“ kann man sich als eine Art „Fleischwolf“ vorstellen, der zwischen der Welt, die wir gelernt haben zu sehen – nämlich der Gedankenwelt des Ego – und der Gedankenwelt des HEILIGEN GEISTES steht, die im Kurs als wirkliche Welt bezeichnet wird. Und jeder, der die wirkliche Welt erblicken will, muss irgendwie durch diesen Fleischwolf durch, da gibt es keine Ausnahmen.

Es gibt lediglich Unterschiede darin, wie jeder Einzelne damit umgeht – ob er sich freudig durchdrehen lässt, in dem Wissen, welche Freude ihn danach erwartet, oder ob er sich mit allen Vieren dagegen stemmt und mit allen Mitteln versucht, dem Fleischwolf noch zu entrinnen, obwohl er sich bereits in dem Prozess befindet.
Von den ersteren gibt es wahrlich kaum welche. Die meisten kommen nicht ganz ohne Schmerz und Angst durch diese Prozedur.
So betont auch Jesus, der Autor des Kurses, im Abschnitt „Die Entwicklung des Vertrauens“ im „Handbuch für Lehrer“ *), dass es schwierige Phasen gibt, in denen enorme Konflikte erlebt werden können, denen nur wenige völlig entrinnen können.

Jedem, der an sich bemerkt, dass er sich bereits in dieser schwierigen Phase seines spirituellen Entwicklungsprozesses befindet, kann man dazu nur gratulieren. Denn vorher spielt sich einfach gar nichts ab. Vorher ist alles reine Illusion.

Doch bereits während solcher Phasen kommen wir in Kontakt mit der Wirklichkeit. Wir kommen – zumindest kurzzeitig – in Berührung mit einer Ruhe, einem Frieden und einer Gelassenheit, die vorher nicht einmal vorstellbar waren. Und auch wenn manche Begleitumstände sich in dieser Zeit verheerend anfühlen mögen, beginnen wir gleichzeitig eine Ahnung zu bekommen von dem, was unsere Wirklichkeit ausmacht.

Der „Fleischwolf“ ist also nur eine vorübergehende Phase. Der HIMMEL hat seine Freude daran, aber nicht weil ER grausam ist. Nein, weil ER um den glücklichen Ausgang weiß, den der Kurs den „glücklichen Traum“ nennt. Und bis es soweit ist, schickt ER jede Menge Helfer und mächtige Gefährten. Denn – wie bereits gesagt – niemand kann diesen Prozess alleine durchstehen.

Danach ist es jedoch mit der Einsamkeit überhaupt vorbei. Nach diesem Prozess ist nämlich das Gefühl des Alleinseins für alle Zeit und endgültig einem Gefühl der Verbundenheit mit allem gewichen. Denn der „glückliche Traum“ führt uns in die „wirkliche Welt“, die dem EINSSEIN – unserer WIRKLICHKEIT – nicht mehr widerspricht.

*) Handbuch für Lehrer, 4.1.A.“Die Entwicklung des Vertrauens“, S.10 und 11

b) An wen wendet sich der Kurs?

An wen sollte sich ein Kurs wenden, der unmissverständlich lehrt:

Du bist kein Körper. Du bist frei.

Wohl nicht an einen Körper. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn du den Kurs nicht verstehst, solange du dich mit dem Körper identifizierst.

Wenn du dich nämlich als Körper siehst, als Person, als Individuum, als „Geist in einem Körper“, als „Körper, der einen Geist und vielleicht sogar eine Seele hat“ – wirst du, sozusagen automatisch, alle Aussagen des Kurses missverstehen.
Nehmen wir zur Veranschaulichung eine Aussage des Kurses:

Ich bin verantwortlich für das, was ich sehe.

Natürlich ist hier nicht gemeint, dass ein Körper für das verantwortlich ist, was er sieht. Du als Geist verwendest alles – benützt alles – für einen bestimmten Zweck. Und es ist dieser Zweck, den du in allem siehst, für den du verantwortlich bist.

Das Ego weist dich an, alles zu be- bzw. verurteilen, alles als getrennt von dir zu sehen, als etwas anderes, etwas, das dich bedrohen könnte, etwas, vor dem du dich schützen musst, da es dich vernichten könnte.
Und wenn du alles im Sinne des Ego verwendest, dann erlebst du, dass du in einer gefährlichen Welt lebst, in der du dich permanent gegen alles schützen musst – und die dich trotzdem letzten Endes sterben lassen wird, ja töten wird.

Doch sobald du lernst, dass du Geist bist, hast du eine Alternative. Als Geist kannst du nämlich genauso wählen, dass alles, was du siehst, einem anderen Zweck dienen möge als dem, den das Ego dir vorgeschlagen hat:

Und diese Alternative nennt der Kurs den HEILIGEN GEIST. ER hat einen anderen Zweck für alles, was du siehst bzw. wahrnimmst. ER hat eine andere Deutung für alle deine Wahrnehmungen:
Dieser HEILIGE GEIST weist dich an, alles zu vergeben. d.h. auf alles ohne Urteil zu schauen – alles als Teil von dir zu betrachten, das nur dazu dient, von dir als „Eigenproduktion“ erkannt zu werden, damit du es wieder vergeben kannst. Alles, was du wahrnimmst, taucht nur auf, damit du es noch einmal mit den Augen des HEILIGEN GEISTES betrachten kannst.

Also ist es diese Wahl, die für das verantwortlich ist, was du siehst. Wenn dir nicht gefällt, was du siehst, erinnert dich der Kurs daran, dass du dem Rat des Ego gefolgt sein musst und dass du eine Alternative hast, nämlich den HEILIGEN GEIST.

Wenn du bereit bist, diese Alternative anzunehmen, sieht alles ganz anders aus:
Die Welt ist nun zu einem Ort geworden, an dem du gerne für eine Weile bleibst, um dich von allem zu befreien, was dich in irgendeiner Weise beschränkt oder behindert hat. Ein freundlicher Ort, der dich willkommen heißt und freudig auf deine sanfte Sicht wartet, die ihn völlig verwandelt – und dem HIMMEL ähnlich macht.

Also, mein Bruder, dich spricht der Kurs an – den Geist, der du tatsächlich bist.
Und ebenso kann ich nur dich ansprechen, da ich weiß, was du in Wahrheit bist.

Johannes